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Rückblick

Wie ich wurde was ich bin: Hobby – Blogger

Am 23. Mai startete die Blogging Challenge BoomBoomBlog2022 mit und von Judith @sympatexter Peters

Ich bin etwas spät dran, denke aber, dass ich einige Punkte mitbekommen habe. Passende Bilder konnte ich heute Morgen am Sonntag nicht mehr besorgen. Immerhin ist der Beitrag mit den Anekdoten fertig geworden.

1. SCHULE

Jeder beginnt als Kind. Es gibt später Schule und auch Klassenarbeiten. Es gab ein Diktat im Deutschunterricht. Etwas trödelig fing ich zu spät an mitzuschreiben. Jedes fehlende Wort sollte als Fehler gelten. Nun, da konnte ich gleich aufgeben und mich zurücklehnen. Als die Lehrerin das Diktat zurück gab und mich nach dem Grund fragte, antwortete ich wahrheitsgemäß, dass es sich wegen der Fehler nicht gelohnt hätte, weiter mitzuschreiben. Ich erinnere mich, dass sie die Antwort sehr aufgeregt hat.

2. AUSBILDUNG

Nach der Handelsschule begann ich die Lehre zum Industriekaufmann in einem mittleren Betrieb. Die Lehrlinge – so nannte man sie damals noch – mussten nach Feierabend noch aus den Etagen alle Papierkörbe im Keller leeren. Damit uns der alte, langsame Fahrstuhl nicht immer abhanden kam, blockierten wir ihn per Notschalter und liefen dann die Etage. Leider begab es sich, dass ein Vorstandsmitglied den Aufzug benutzen wollte und der auf Knopfdruck nicht reagierte. War letztlich alles sehr peinlich.

Sowieso war ich in der Lehrzeit wohl häufiger beim Vorstand, als mancher Abteilungsleiter. Meine Beschwerden über zum Teil einseitige Arbeit – ich wollte doch was lernen – lösten beim Vorstand regelmäßig Redebedarf aus. Was waren wir alle glücklich, als ich die Prüfung mit Auszeichnung bestand.

3. ANGESTELLTER IN DER INDUSTRIE

Es zog mich in die große Stadt zu einem besser bezahlten Job im Innendienst bei einem größeren Industrieunternehmen. Ich wohnte zunächst in einer günstigen Kellerwohnung. Die gute Kantinenverpflegung ist mir noch in Erinnerung.  Neidische Kollegen behaupteten, ich käme morgens oft aus einer anderen Richtig zur Arbeit. Nun ja, wird wohl was dran gewesen sein. Die Mädchen waren alle nett.

4. VERTRETER IM AUSSENDIENST

Was erleben, die Welt sehen. Als das Angebot von der Firma kam, wurde ich Vertreter im Außendienst. Eine wirklich netter Bezirk war das 3-Ländereck im Süden von Baden-Württemberg, Bodensee bis Schweiz. Die kurvigen Straßen, z.Bsp. im Schwarzwald mit herrlichen Aussichten waren besonders im Sommer von langsam fahrenden Touristen verstopft. Es ist eine herrliche Gegend, ich habe es genossen. Leider war es vorbei, als die Tochterfirma aufgelöst wurde.

5. DIREKTVERTRIEB

Das Leben ist immer für Überraschungen gut. Ich hätte nie gedacht, dass ich eines Tages im Direktvertrieb arbeiten würde. Mit einem Team verkauften wir Blockpolicen* einer amerikanischen Versicherung an Selbständige in den Städten. Was bedeutet in größeren oder kleineren Orten in der Geschäftsstraße jeden aufzusuchen und ein Verkaufsgespräch zu beginnen. Ein Arzt wollte quasi als Vorzeigeobjekt unbedingt bei einer amerikanischen Gesellschaft versichert sein. Dieser Job war mit viel Lauferei verbunden und mehr oder weniger immer dasselbe. Auf Dauer war das nichts für mich.

6. FÜHRUNGSKRAFT VERSICHERUNG

Als Wink des Schicksals wurde in meiner alten Heimat bei einer kleinen Versicherung eine Führungskraft (Orgaleiter) gesucht. Das nahm ich dankbar an. Es war eine interessante Zeit, weil in den Jahren die kleineren Versicherungen von den größeren aufgekauft wurden. Diese wiederum letztendlich von einem Großkonzern, ich wechselte immer mit.

7. HOBBY WIRD BERUF

Sprechen Sie BASIC?* Ich begeisterte mich bereits für Computer und Programmieren, als die ersten PC auf den Markt kamen. Hobbymäßig hat seinerzeit so gut wie jeder etwas programmiert. Als die IT-Abteilung im Konzern vergrößert wurde, weil auch der Außendienst moderne Hardware bekam, durfte ich mein Hobby zum Beruf machen und wechselte in die IT. Fortbildungsseminare werden immer gern genommen. Nur so aus Spaß und um die Kollegen zu ärgern, habe ich die Prüfungen zum MCSE abgelegt. (Microsoft Certified Systems Engineer) Das waren meine letzten 15 Berufsjahre. Dank Altersteilzeit und Frührente kann ich mir heutzutage mein Hobby aussuchen.

*) Blockpolice: Eine Versicherungspolice auf einem Blatt, gemeinsam wie im Schreib-Block. Wird mit Datum und Unterschrift sofort gültig.

Bild von Pixabay

2 Kommentare

  • Mim | still & sensibel

    Hallo Andre,

    haha, deine Antwort als Kind, warum du das Diktat nicht mitgeschrieben hast, ist echt genial! 😀 Und sehr mutig! Insgesamt scheinst du bisher ein sehr bewegtes Leben gehabt zu haben. Interessant, in deinen Anekdoten zu schmökern.

    Herzliche Grüße
    Mim

  • Andre

    Danke für den Kommentar. Die Antwort als Kind hat dann in einer Ohrfeige geendet. Mit Elternbesuch in der Schule usw. In der Tat habe ich mehr oder weniger freiwillig mit immer anderen Berufen mein Geld verdient, bis ich schließlich bei „was mit IT“ gelandet bin.

Und was meinst Du dazu?

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