Fußgängerzone
Kleinstadt

Leere Fußgängerzone als Fehler in der Stadtentwicklung – Vorschläge für Verbesserungen

In die Stadtentwicklung fließen viele Faktoren ein, die sich gegenseitig beeinflussen (z.B. Bürger-Gesundheit und Alter, Grünflächen, Individualverkehr, usw.). Der Individualverkehr, bzw. dessen Steuerung und Planung haben gerade in kleineren Städten Auswirkungen auf fast alle anderen Faktoren. Insoweit sind Fußgängerzonen in kleineren Städten eine Fehlentwicklung.

Wie es kam, dass die Händler abgehängt wurden

  • Durch die ehemals Hauptgeschäftsstraße floss reger Auto- und Fußgängerverkehr
  • Zunächst mit Blumenkübel auf der Fahrbahn wurde der Durchgangsverkehr eingeschränkt, es verblieben noch einige Parkplätze an der Straße.
  • Durch Bau einer Fußgängerzone wurde der Verkehr aus dem eigentlichen Geschäftszentrum mit kleineren Einzelhändlern verbannt.
  • Zunächst gab es in der Nähe noch kostenlosen Parkraum, der gleichzeitig Parkplatz für das stadteigene Hallenbad war.
  • Später wurden alle ehemals kostenlosen Parkmöglichkeiten im Innenstadtbereich kostenpflichtig.
  • Zusätzlich wurden immer mehr Politessen eingestellt, um die Kosten einzutreiben.
  • Heute ist es nicht mehr möglich, auf dem Parkplatz länger als ca. 1 Minute zu stehen, ohne ein „Knöllchen“ vorzufinden.

Folge dem Trend zur autofreien Stadt

Wie in so vielen Kleinstädten war es seinerzeit modern, die Hauptstraße zur Fußgängerzone umzubauen. Den Autoverkehr zu verbannen, war cool. Leider stellte sich im Laufe der Zeit heraus, dass ohne Laufkundschaft auch weniger Geschäfte überleben können. Es waren nur diejenigen, denen das Gebäude bereits gehörte, die quasi ohne Miete ihr Geschäft betreiben konnten. Und selbst diese stellten früher oder später den Betrieb ein.

Geschäftsinhaber mit Mietbelastung konnten sich auf Dauer diese Innenstadtlage mit immer weniger Kundschaft nicht mehr leisten und gaben ihr Geschäft auf. Neuere Versuche waren zum Scheitern verurteilt.

Situation heute

Bald schon entdeckte die Stadt, dass man die Autofahrer reichlich abzocken konnte. Also wurden Parkgebühren verhängt und reichlich übereifrige Politessen eingestellt. Die machen regelrecht „Jagt“ auf Parkende. Immer wieder werden im Internet Beschwerden laut, dass zu Unrecht und viel zu schnell Knöllchen verteilt werden. Beschwerden dagegen werden in der Regel von der Verwaltung abgewimmelt. Ich selbst kenne den Fall wo letztlich erst vor Gericht der Richter der Politesse die Straßenverkehrsordnung § 1 usw. erläutern musste.

Die Banken mit eigenen Parkplätzen bauten Schranken davor. Straßen wurden „verschönert“ durch Bepflanzung und Halteverbote. Es wurde somit möglichst alles getan, um Autoverkehr zu vergraulen.

Die natürliche Folge war, dass immer weniger Leute in die von der Politik so geliebte Fußgängerzone kamen. Nur wer bereit ist 3.- bis 10 E in Parken oder Knöllchen zu investieren kann noch in Ruhe die Angebote z.Bsp. Kleidung betrachten. Mal eben was nachsehen oder abholen ist dank der Politik nicht mehr möglich.

Selbst eine Apotheke in Nähe der Fußgängerzone konnte ihr Geschäft nicht aufrechterhalten. Weitere neue türkische oder Fast-Food-Restaurants werden von der vorhandenen Konkurrenz sofort verdrängt. Sucht man etwas Bestimmtes, so kann man die örtlichen Geschäfte getrost vernachlässigen. Auch der Hinweis „man könne ja bestellen“ hilft im Grund nicht weiter. Bestellen kann jeder Kunde heutzutage selber. Dann ist mal wieder das böse Internet Schuld. Weder die Politik, noch die Infrastruktur oder die Geschäfte selber, sondern immer nur das Internet.

Anregungen für mögliche Verbesserungen

So einfach lässt sich die Entwicklung nicht zurückdrehen. Nur Verschönerungen und noch mehr Pflastersteine werden nicht viel bewirken. Wenn schon Entwicklung, dann deutlich hin zu einer Kombination aus Aufenthaltsmöglichkeit in der Freizeit zusammen mit Gestaltung des öffentlichen Raums mit Nutzpflanzen. Insbesondere ist hier auch die alternde Bevölkerung zu bedenken. Es muss leicht möglich sein, sich nett in der Stadt aufhalten zu können.

Mehr kostenloser Parkraum wäre notwendig. Sichere Abstellmöglichkeiten für Fahrräder in der Nähe der Innenstadt könnten leicht geschaffen werden. Dabei kann auch gleich das Radwegenetz angepasst werden.

Der öffentliche Nahverkehr ist für die Innenstadt praktisch nicht vorgesehen. Eine Verbindung zwischen Bahnhof und Innenstadt bzw. zur Straßenbahn ist quasi nicht vorhanden. Es ist schwierig, die Innenstadt mit Büros und Wohnungen zu beleben, wenn jeder dort nur schwer hingelangen kann.

Neuansiedlungen sollte die Lokalpolitik fördern und sich nicht von den ansässigen „Lobbyisten“ daran hindern lassen. Beispiel: Briefkästen von fremden Apotheken. Dabei haben wir einen Apothekennotstand.

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