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Apothekennotstand in Sarstedt – eine Zumutung für alle Bürger

Seit Febr. 2020 gibt es nur noch 2 Apotheken in Sarstedt. Erst acht Monate vorher hatte die letzte Apotheke im Ortsteil Giebelstieg geschlossen. Die ach so hochgelobte Ladenzeile ist damit Geschichte. Keine Lebensmittel, keine Kneipe, keine Händler, keine Apotheke will in diesen Stadtteil. Was haben die Bewohner nur angestellt?

Der Apothekennotstand wird für jeden sichtbar, der sich den verbleibenden Apotheken nähert. Zu fast jeder Zeit sind die langen Warteschlangen auf der Straße zu bewundern. Allen Bürgern wird hier seit über 2 Jahren zugemutet bei jedem Wetter sich immer wieder anstellen und gefühlt ewig warten zu müssen. Es ist offensichtlich eine Art Mangelwirtschaft. Hinzu kommt noch, daß die Apotheken nur die Medikamente vorrätig haben, die die nachbarschaftlichen Ärzte regelmäßig verschreiben. Andere Medikamente, z.Bsp. von Kinderärzten müssen in der Regel bestellt werden, genauso wie andere Größen.

Bei der Apothekendichte im europäischen Vergleich steht Deutschland im unteren Drittel. Auf je 100.000 Einwohner kommen in Europa 32 Apotheken, in Deutschland nur 23. Griechenland hat sogar 88 Apotheken je 100.000 Einwohner. Alle Zahlen Stand 2020. Das bedeutet, dass der deutsche Durchschnitt von 23 in Sarstedt mit 4,6 Apotheken auf unsere ca. 20.000 Einwohner gerade so erreicht wäre. Es gibt aber nur noch 2.

Leider verhindern die ansässigen Apotheker mit ihren Connection zur Lokalpolitik, dass sich hier noch eine Apotheke niederlässt. Der Versuch einer nicht ortsansässigen Apotheke, mittels Briefkästen für Rezepte – und schnellem Lieferversprechen – wurde sofort vehement gestört. Man will sich die reichlichen Pfründe nicht teilen müssen. Hier ist dringend die Politik gefordert, etwas zu unternehmen und einmal Rückgrat zu zeigen. Aber welcher Politiker hat das schon – ein Rückgrat. Man will sich ja bei den örtlichen Prominenten nicht unbeliebt machen.

Nebenbei: der Briefkasten an der Mohrenapotheke mit der Aufschrift Rezepte ist nur für Rezepte der Pflegedienste und ähnlich gesonderte Gruppen – nicht für Normalbürger, die müssen warten.

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